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Blackroll & Faszientraining: Auf die Rolle, bitte!

by Isabell Deuer

Die Blackroll ist ein unverzichtbares Instrument, wenn es um Faszientraining geht. Gerade für Jogger ist sie ideal. Doch was ist eine Blackroll und wie setzt man sie richtig ein? Ein Erfahrungsbericht.

Als ich mit den Joggen anfing, hatte ich sehr häuftig das Problem, dass meine Beine schwer wie Blei waren – und das, obwohl ich ein- oder zwei Tage Pause zwischen den Läufen eingelegt hatte. Mit schweren Beinen zu laufen ist mega anstrengend und mühsam. Man hat einfach das Gefühl, als käme man nicht vom Fleck. Also klagte ich mein Leid der Instagramcommunity und bekam den Tipp, ich solle mir eine Blackroll zulegen und Faszientraining betreiben.
Ich hatte keinen Schimmer, was das sein sollte. Eine schwarze Rolle, die bei schweren Beinen helfen soll? Klar. Wie soll das funktionieren? Soll ich das Teil einfach auf meine Beine legen und damit ist die Sache erledigt?

Leider funktioniert es eher umgekehrt. Nicht die Blackroll muss auf mir liegen, sondern ich auf der Blackroll. Mit meinem kompletten Kampfgewicht.
Fand ich jetzt auch noch nicht so dramatisch. Was soll schon groß passieren? Also ab ins Internet und eine Rolle gekauft!

 

Doch was ist eigentlich eine Blackroll?

 

Die BLACKROLL® STANDARD steigert mit geringem Aufwand und einfachen Übungen die Elastizität und das Leistungsvermögen der Muskulatur spürbar. Regelmäßiges Üben mit der BLACKROLL® Faszienrolle führt dazu, dass die entspannende Wirkung lange anhält. Auch funktionelle Übungen lassen sich mit der BLACKROLL® STANDARD variieren und intensivieren.

Quelle: www.blackroll.de

 

Kurz gesagt: Die Blackroll ist eine Schaumstoffrolle, die die Muskulatur lockert und die Regeneration beschleunigt.

 

Blackroll

 

Fas… Faszien… Faszientraining… was?

Faszien sind das Bindegewebe, das Muskeln, Gelenke und Organe im Körper zusammen hält. Es besteht aus dicken, weißen Kollagen- sowie dünneren Elastinfasern und liegt direkt zwischen den Unterhautfettzellen und der Muskulatur. Und da wir mittlerweile einfach viel zu viel auf der Couch rumgammeln, verhärten sich diese Faszien (deswegen ist Anfangs das ausrollen auch so höllisch schmerzhaft) und sind nicht mehr geschmeidig. Dagegen hilft das Faszientraining, das genau dieses Bindegewebe wieder lockert und dafür sorgt, dass die Muskeln wieder effektiv arbeiten. Je effektiver die Muskeln arbeiten, desto mehr Leistung kann man erbringen, desto weniger Muskelkater hat man und desto schneller erholt man sich. Leuchtet schon einmal ein.

Welche Fazienrolle darf es denn nun sein? Es gibt eine ziemliche Auswahl. Die normale Rolle in verschiedenen Größen, mit geriffelter Oberfläche und ohne, Duoballs, Vibrationseinheiten… es ist alles vorhanden, um das Training mit der Blackroll abwechslungsreich und für jede Muskelgruppe perfekt zu gestalten.
Ich packte eine pinke Rolle in meinen virtuellen Einkaufswagen. Erstens, pink ist einfach meine Farbe und ich bin nunmal ein Mädchen. Zweitens stand in der Artikelbeschreibung, dass diese 50% härter als die normale Faszienrolle ist. Ich bin ja hart im nehmen, also…
Gott sei Dank gibt es Google. Bevor ich bezahlte, fand ich heraus, dass diese Rolle für Hochleistungssportler ist und nicht für motivierte/ambitionierte Hobbyläufer. Ich ein Hochleistungssportler? Leider nein.

Blackroll Faszientraining

 

Also kaufte ich mir die Standardrolle, wenn man später noch weitere Ergänzungen braucht, kann man sich weiteres Equipement nach und nach dazuholen.
Leider gab’s die Rolle nicht in pink, aber blau-weiß gesprenkelt ist auch ganz hübsch. Erinnert mich an Oktoberfest, a Maß und Weißwürschtl.

Von der Optik gibt es nichts besonderes zu berichten. Es kam eine mit Loch in der Mitte, 30 cm lange und aus 100% Polypropylen bestehende, Blackroll an. Polypropylen ist mit rund 20% Anteil an der Gesamtproduktion der zweitwichtigste Kunststoff. Er ist hart, fest und thermisch hoch belastbar. Ideal also für stählerne Sportlerkörper wie meiner.
Der Lieferung enthalten ist eine kleine Broschüre mit Übungen. Ich machte mich also gleich daran, meine Beine auszurollen, die waren ja durch die Lauferei immer schwer und das musste geändert werden.
Hierbei sind die folgenden Muskelpartien wichtig: Oberschenkel Vor- und Rückseite, Unterschenkel Vor- und Rückseite und die Oberschenkelaußen- und innenseiten.

Was man alles mit der Rolle anstellen kann, sieht man hier sehr schön auf dem Video von Blackroll:

 

 

Was soll ich sagen.
Es ist wie beim tätowieren. Ja, es tut weh. Es tut sogar SEHR weh, je nachdem, welche Muskelpartie man mit der Blackroll gerade bearbeitet, besonders eklig ist bei mir die Oberschenkelaußenseite. Ich bin wirklich nicht pienzig, aber das ist echt eine Hausnummer. Man spürt richtig, wie der Muskel nachgibt, wenn man darüber rollt.
Sind wir ehrlich: Es ist eine mega Quälerei.
Nachdem man sich schön malträtiert hat, spürt man aber wirklich, wie die Muskeln gelockert sind. Meine Beine waren nicht mehr schwer, richtig angenehm leicht waren sie. Quasi wie „geölt“, es fühlte sich echt gut an.

Und ich soll diese Plackerei nun mehrmals die Woche auf mich nehmen?

Oh ja, das tat ich! Die Blackroll habe ich jetzt seit 4 Monaten und ich kann versprechen, dass es bei regelmäßiger Anwendung (ich rolle mich ungefähr 4x die Woche aus, mittlerweile auch den Rücken) besser wird. Es gibt immer noch die berühmten „Triggerpunkte“, die besonders schmerzen und die auch ausgiebig bearbeitet werden, aber insgesamt bin ich nicht mehr der Ohnmacht nahe, wenn ich die Blackroll hervorhole.
Seit ich sie habe, hatte ich nie mehr schwere Beine beim joggen. Das war mein Ziel, von daher hat sich die Anschaffung einer Faszienrolle total gelohnt und ich würde sie jedem Sportler empfehlen, gerade weil sie so vielseitig einsetzbar ist.


9 comments

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9 comments

Anna 18. Februar 2018 - 21:36

Autsch, mit der Blackroll hab ich auch so meine Erfahrungen gemacht, Oberschenkelaußenseite tut schrecklich weh…dann lieber ein 4 Std. Tattoomarathon. Aber nach dem Rollen fühlt man sich so leicht. Danke für deinen Bericht, hat mich daran erinnert das Ding mal wieder rauszuholen 🙂 lg

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Isabell Deuer 20. Februar 2018 - 7:46

Da sagst du was, tätowieren ist echt besser. Vor allen Dingen kommt ja immer noch was schönes bei raus 😀
Liebe Grüße!

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Carmen 21. Februar 2018 - 15:45

Haha das klingt ja eher nach Folter 😀 Aber an sich wirklich interessant. Danke für die detaillierte Vorstellung und deinen Erfahrungsbericht! 🙂
Liebste Grüße,
Carmen <3

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Yvonne 22. Februar 2018 - 9:29

Super Post, damit wollte ich mich auch noch mehr befassen 🙂

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The Recipettes 28. Februar 2018 - 16:20

Faszien sind wirklich sehr wichtig und es ist gut, dass sich mittlerweile auch die Wissenschaft mehr damit beschäftigt. Die Rolle ist fast schon ein Muss in jedem Haushalt. Danke fürs Teilen!

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Mona 11. März 2018 - 19:34

Eine Freundin will mich gerade überreden am Dienstag das erste Mal mit zum Faszientraining zu kommen… ich hardere noch etwas, weil ich etwas Angst habe, dass das echt weh tut 😀
Liebe Grüße, Mona

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Isabell Deuer 12. März 2018 - 14:53

Das tut auch richtig weh 😀 es gibt Leute die sagen, sie genießen das ausrollen regelrecht. Ich kann das gar nicht verstehen, ich genieße das bis heute nicht 😀 obwohl es bei mir durch die Regelmäßigkeit mehr oder weniger erträglich geworden ist. Aber schön ist es leider nicht 🙂
Liebe Grüße!

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koenigcarsten 29. März 2018 - 17:31

Diese Rolle ist so ziemlich das mieseste Sportgerät, das ich kenne. Aber nach den Qualen ist alles so herrlich locker, es lohnt sich auch aus meiner Sicht diese regelmäßig zu nutzen.

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Michelle Früh 10. Mai 2018 - 12:55

Finde es auch richtig gut. Sollte es aber wieder öfter einbauen
Liebe Grüße Michelle von beautifulfairy

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