Sport oder Schokolade?

Shaun T. – Insanity. Dig Deeper! Monat 1

Hier schreibe ich über das Insanity Workout, mit dem ich fast 3 Monate meines Lebens verbracht habe.
Trainer ist Shaun T. Und Shaun T. ist wirklich nicht zimperlich und kennt kein Erbarmen.
Der Artikel wird relativ lange, da es so viel zu berichten gibt. Dieser Teil handelt vom ersten Monat Insanity, den zweiten werde ich gesondert in einem anderen Beitrag vorstellen.

“Get ready to Dig Deeper than you ever have in your life”

 

Insanity ist verteilt auf 10 DVD’s, unterteilt in zwei Monate. Die ersten 4 Wochen trainiert man die “leichtere” Version, nach diesen 4 Wochen kommt eine “Recovery” Week (Haha. Nix mit Entspannung). Anschließend startet man mit dem zweiten Teil des Programms. Die einzelnen Trainings sind immer gleich aufgebaut: knapp 10 min aufwärmen, 5 min Stretching, 20 min das Hauptprogramm und knapp 3 min Cooldown. An 6 Tagen die Woche wird gesportelt, am Sonntag kann man sich von den Strapazen erholen.

“You can only discover what is possible with your body if you first conquer your mind. Embrace your Insanity”.

Na? Schlottern euch vor Ehrfurcht schon die Knie?

“Warning: We believe this is the hardest workout ever put on DVD. If you can get through it, it will get you into the best shape of your life”.

Da werden ja wieder große Versprechungen gemacht. Und das härteste Training, was man auf DVD finden kann? Da bin ich doch gerne dabei und lass mich freiwillig triezen. Viel hilft ja bekanntlich viel.
Im Lieferumfang enthalten sind 10 DVD’s (12 im Deluxe Package, was noch Insane ABS und Max Interval Sports Training, enthält), ein Kochbuch und ein Poster. Alle DVD’s sind in Englischer Sprache, was aber absolut kein Problem darstellt.

Meine sportlichen Vorkenntnisse beschränkten sich auf die Sport DVD’s von Jillian Michaels und Mark Lauren. Push Ups sind wie immer ein Ding der Unmöglichkeit. Aber wenn Shaun T. es nicht schafft, mir welche beizubringen, WER DENN DANN?
Ausdauer ist auch noch stark verbesserungswürdig – also starten wir direkt mit dem Fittest. Der ist dazu da, um seine Fortschritte zu dokumentieren, damit man genau sieht, dass die Abrackerei auch was bringt.

 

Plyometric Cardio Circuit, 40 min.

Igitt, Cardio. Gleich am ersten Tag muss ich gegen meinen größten, inneren Dämon kämpfen. Das Aufwärmen verdient auch niemals die Bezeichnung Aufwärmen. Das ist Verbrauchertäuschung, mindestens genauso wie der Inhalt einer Tüte Chips.
Ich war im Meckermodus. Und dann auch noch diese verrückten Typen und Typinnen im Hintergrund. Alle mit ihren tollen Körpern, mit denen jeder andere Mensch sich eh nicht identifizieren kann. Diese Schnelligkeit krieg ich auch niemals hin. Warum mach ich das eigentlich?

Auf jeden Fall hatte ich nach den ersten 10 min schon keine Lust mehr und japste aus Teufel komm raus nach Luft. Da hab ich mir schon was tolles vorgenommen.
Erfreulich war, dass nicht nur ich schnaufte wie eine Dampflock, nein, auch Shaun T. und seine ganzen Gefährten machten das. Sie schwitzen auch genauso wie ich. Alleine diese Tatsachen machen aus ihnen keine Übermenschen. Nichts ist für mich schlimmer, wenn drei Mädels an einem wunderschönen Strand etwas vorturnen, wie aus dem Ei gepellt aussehen und dabei auch noch bei den schwierigsten und anstrengendsten Sachen die ganze Zeit lächeln ohne auch nur eine Schweißperle auf der Stirn. Damit kann ich überhaupt nichts anfangen. Macht man Sport, sieht man währenddessen selten aus wie ein Victorias Secret Model.

Plyometric Cardio Circuit ist ein Kraftausdauertraining. Nach dem Stretching dauert das Workout noch knapp 20 min, zwischendurch hat man immer mal wieder 30 Sekunden Zeit, um etwas zu trinken. Und ihr solltet wirklich eine große Flasche Wasser bereit stellen, ihr werdet sie brauchen. Shaun T. kann während den Übungen super motivieren, sodass man wirklich an seine Grenzen geht. Ich habe in meinem Leben noch nie so geschwitzt wie hier.
Es gibt drei Wiederholungen, und bei der letzten brennen einem so dermaßen die Muskeln, dass man fast gar nichts mehr machen kann. Meine Mitsportler am TV haben zwar nicht so oft schhlapp gemacht wie ich, aber auch sie konnten hin und wieder nicht mehr. Es sind eben auch nur Menschen und das macht das Programm so sympathisch. Die letzten 10 min vom Plyometric Cardio Circuit gehen sehr auf die Arme mit Push Ups usw. Diese Übungen konnte ich nur auf den Knien machen, da ich zwar runter komme, aber nicht mehr hoch. Die alte Leier eben.
Die letzten 3 1/2 Minuten bestehen aus dem Cooldown und dem Gefühl, etwas wirklich großartiges geschafft zu haben. Wirklich, es ist so dermaßen anstrengend. Und es wird nicht besser.

 

Cardio Power & Resistance, 40 min

Habt ihr alle Muskelkater von gestern?
Ich zumindest hatte den. Aber nach dem “Warm Up” wird’s besser, ich verspreche es. Da wir das Warm Up schon kennen, geht’s hier um das Hauptprogramm, dass hauptsächlich aus Kraftübungen besteht.
Kennt ihr noch die Power Jumps aus dem Fittest? Das ist die allererste Übung von heute und ich habe sie bis zum Schluss gehasst. Ich kam nicht wirklich mit den Beinen hoch und war schon nach kurzer Zeit außer Atem. Um die Herzfrequenz oben zu halten, ist nach jeder Kraftübung Cardio an der Reihe. So werden die meisten Kalorien verbraucht, ausgeruht wird nicht! Dieses Muster zieht sich durch alle DVD’s.
Bei Cardio Power und Resistance ist auch wieder jede Menge Armkraft gefragt. Push Ups, Moving Push Ups und alle möglichen Varianten habe ich durch Push Ups auf den Knien ersetzt. Am besten ist es, wenn ihr schon Push Ups schafft. Ich denke, hier ist der Effekt am Ende der 60 Tagen am größten und ihr könnt gleich voll einsteigen.

Nach diesen zwei Tagen kann ich schon sagen, dass das Programm für Anfänger nicht geeignet ist, ihr solltet schon eine gewisse Grundfitness mitbringen. Wenn ihr Probleme mit den Knien habt, ist dieses Workout nichts für euch, da jede Menge Hüpf-Einlagen dabei sind – am besten redet ihr vorher mit eurem Arzt, wenn ihr dahingehend Probleme habt.

 

Cardio Recovery, 35 min

Haaaah. Entspannung. Stretching… Atemübungen… Erholung von den Anstrengungen die Tage davor…

Denkste! So ist es nicht. Wir kennen doch den Shaun… außerdem heißt es nicht umsonst Insanity.
Mit der Plackerei davor ist es nicht zu vergleichen, das stimmt. Aber jeder andere wäre damit schon bedient gewesen. Nach den 35 min konnte ich nicht mehr richtig laufen. Meine ganzen Beine bestanden aus Pudding und haben gezittert, am nächsten Tag spürt ihr euren Hintern bei jedem Schritt. Und die Oberschenkel. Unter Recovery verstehe ich ja etwas anderes!

 

Pure Cardio (38 min) & Cardio ABS (20 min)

Cardio! Ich freue mir ein Loch in den Bauch.
Ehrlich gesagt, habe ich dieses Workout ganz gern gemacht. Es dauerte von allen DVD’s am kürzesten und meine Arme konnten sich von den Push Ups von gestern erholen.
Hier werden jede Menge Cardio Übungen gemacht, Shaun T. lässt einen nicht verschnaufen und Pause gibt’s sowieso nicht. In den 38 min verbrannte ich 600 kcal. Finde, das ist ein ziemlich guter Wert! Fragt ihr euch eigentlich auch immer, wie man bei so einem Workout noch reden kann? Ich kriege da kein Wort mehr raus, und Shaun plappert fast die ganze Zeit ohne Pause.

Hier werde ich kurz über Cardio ABS erzählen. Mein allerliebstes Lieblingsworkout des ersten Monats.

Shaun verzichtet komplett auf Sit Ups aller Art.
Ich kannte das vorher nicht und habe nur Sit Ups in allen möglichen Varianten gemacht. Aber die Übungen die gezeigt werden, haben es wirklich in sich und die Bauchmuskeln brennen danach extrem. Muskelkater ist hier auch mal wieder vorprogrammiert.
Die Musik die bei den Workouts im Hintergrund dudelt, habe ich nach dem zweiten Mal ausgemacht. Erstens fand ich die Musik schrecklich und zweitens schnauft man sowieso so doll, dass man eh nichts hört – es sei denn man hat das Glück sehr tolerante Nachbarn zu haben, denen es nichts ausmacht, wenn man die Anlage aufdreht.

 

Core Cardio & Balance (Recovery Week, 37 min)

Habt ihr 4 Wochen Insanity durchgehalten, werdet ihr mit diesem Workout belohnt, welches ihr 6 Tage hintereinander machen müsst.
Wie wir mittlerweile wissen, versteckt sich hinter dem Wort “Recovery” ein Wolf im Schafspelz. Zumindest hat Shaun ein anderes Verständnis von Recovery als ich.
Ehrlich gesagt konnte ich keinen Unterschied zu den anderen Workouts feststellen. Vielleicht ist ein wenig Schnelligkeit rausgenommen worden. Ab und zu macht man Übungen auf einem Bein (Balance), aber sonst ist es gleich schweißtreibend wie die anderen Workouts.
Wunderbar finde ich gegen Ende die Übungen für die Arme. Vor dem Fernseher sieht das so einfach aus, aber macht den Spaß mal 5 min lang. Dann habt ihr das Gefühl, eure Arme fallen euch ab.

Fazit:

Ich kann nichts negatives sagen. Es ist anstrengend. Man flucht die ganze Zeit. Man schwitzt wie verrückt. Aber danach ist man so zufrieden mit sich selbst, dass man sich schon auf den nächsten Tag Insanity freut. Für das Geld bekommt man einen großen Umfang von einem Workout, dass man immer wieder sporteln kann.
Ich kann mittlerweile halbe Push Ups. Und alleine das ist schon ein so großer Erfolg, an dem ich ganz sicher anknüpfen werde. Der ganze Körper verändert sich, man hat mehr Kraft und wesentlich mehr Ausdauer.
Wer eine wirkliche Herausforderung sucht, der ist mit Insanity gut bedient. Wenn ich das geschafft habe, dann schaffst du das auch!

Hier gehts direkt zum zweiten und letzten Teil Insanity.


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