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Instagram

Instagram. Von Bots, follow und unfollow

Ein Großteil der Leute besitzen einen Account bei Instagram. Je mehr Follower, desto besser? Was sind Bots? Ein kritischer Blick hinter die Kulissen.

Dieses Thema beschäftigt mich, seit ich vor knapp 2 Monaten einen Instagramaccount erstellt habe und dort nun sehr aktiv bin. Und ich habe festgestellt, dass sehr viele User leider nicht viel darüber wissen.

Je mehr Follower, desto besser – so lautet die weitläufige Meinung auf Instagram. Wie bekomme ich mehr Instagram-Follower? Wer hat nicht schon einmal diese Frage bei google eingegeben. Ziemlich schnell landet man dort auf diversen Seiten, die einem für kleines Geld ein kontinuierliches Wachstum an likes und Followern versprechen. Vorbei sind also die Zeiten, an denen man sich 1000, oder gar 20.000 Follower aus China kaufen, oder sogar reale Zeit in seinen Account investieren muss. Alles geht „humanlike“ und automatisch – mit vorgelegten Hashtags für die eigene Zielgruppe, dem Zeitpunkt des automatischen entfolgens (es ist natürlich schicker, wenn die Zahl der Follower größer ist als die Zahl der von mir gefolgten Profile) und dem automatischen posten von vorher eingestellten Kommentaren. Hier besonders begehrt: „Nice Pic“, irgendwelche Smileys, „Great Work“ oder sonst irgendwelche sehr allgemeinen Sachen.

Bis vor kurzem wusste ich auch nicht wirklich, dass es eigens dafür Bots gibt. Dass man sich Follower kaufen kann, war mir aber sehr wohl bewusst.

Nach und nach fing ich an, das zu hinterfragen. Ich lud ein Bild hoch und bekam innerhalb von 5 min 5 neue Abonnenten. Am Anfang hat mein naives Ich sich noch darüber gefreut. Schließlich bedeutet ein Follower, dass demjenigen mein Bild und auch meine bisherigen Bilder anscheinend gefallen haben müssen. Umso stolzer ist man, wenn ein „großer“ Instagramaccount auf seinen eigenen kleinen aufmerksam wurde und man folgt in den meisten Fällen zurück.
Werbung und Spam entlarvt man relativ schnell, also bekommt derjenige kein Follow von mir. Mittlerweile blocke ich solche Accounts direkt.

Nun fängt aber das Spielchen an.

Nach 2, maximal 3 Tagen bekommt man dann von dem Model mit 23 k Followern, ein unfollow. Bei den ersten drei, vier malen dachte ich mir noch nichts dabei.
Dann machte ich mir den Spaß und folgte JEDEM, der mir folgte – egal, ob das Profil nun meine Zielgruppe enthielt oder was vollkommen anderes war. Hier dasselbe: Nach 3 Tagen verlor ich auf diese Weise an einem Tag 10 Follower.
Da fängt man sich doch an zu fragen, was das denn soll? Ein Blick auf das Profil gibt da meistens schon einen ersten Eindruck.

  • Nur 12 hochgeladene Bilder und 15 k Follower, dagegen stehen 200 selbst gefolgte Profile? Da kann ja wohl irgendwas nicht stimmen.
  • 300 hochgeladene Bilder, 40 k Follower, 300 gefolgte Profile und nur maximal 50 likes auf jedes Bild? Auch nicht normal. Wenn mir 40.000 Leute folgen, will ich aber, dass bei den likes und Kommentaren für’s Bild die Hütte brennt.
  • 100 mittelmäßige bis schlechte Bilder oder/und nur dieselben Selfies bei 23 k Follower? Äh, nein.

Generell muss man einfach auf die Verteilung der Follower/Abonnierten Profilen/Likes/Kommentare achten.

Wenn derjenige nicht gerade Justin Bieber ist, wird man da doch automatisch misstrauisch. Der kann ein Bild von einem Stein posten und bekäme dafür 40 k „gefällt mir“. Bei Normalsterblichen ist das eher ein frommer Wunsch. Wir müssen uns richtig ins Zeug legen, um unser Instagram-Profil bekannter zu machen. D.h. in den meisten Fällen: Kommentieren und liken, was das Zeug hält. Oder man legt sich auf die Couch und lässt einen Bot laufen.

Was uns auch gleich zu den Problemen der automatisierten Followerrekrutierung bringt. Man kann sich nicht mehr aussuchen, wem man folgt. Folglich hat man plötzlich seinen Feed mit seltsamen Fotos voll. Per Hashtag kann man zwar angeben, welcher Zielgruppe man folgen will, aber wer nimmt immer nur ausschließlich die Hashtags, die auch aufs Bild passen?
Aus den ganzen Followern leidet die Qualität des Profils.
Ich liebe die Interaktion mit den Leuten sehr. Ich kommentiere viel, lese mir gerne Kommentare durch. Wenn man nun Follower aus Japan, Russland oder sonstwo hat, wird sich da wohl eher kein Gespräch oder Diskussion ergeben.

Ich für meinen Teil habe lieber Follower, denen ehrlich meine Bilder gefallen, die ihre Meinung zu meinen Fragen/Posts sagen, anstatt tausende stumme, nicht aktive Follower, die sich nur (vermeintlich) gut in der Zahl des Profils machen – wo wir wieder bei der Qualität dessen sind.
Leider haben das die Firmen auch noch nicht kapiert. Hier ist es meistens so, dass eine hohe Zahl Follower auch eine hohe Reichweite bedeutet. Dabei reicht manchmal nur ein genauer Blick aufs Profil, um die zu entlarven, die mit Hilfe von irgendwelchen Programmen ihr eigenes pushen.

Instagram löscht Spamposts schon von selbst. Wenn da allerdings steht „Für 1ne K0operat1on schre1b m1ch bitte per PM an“ kann die Software auch nichts mehr machen. In dem Fall solltet ihr das Profil als Spam melden.

Mir macht Instagram sehr viel Spaß, bis auf diese nervigen Spamfollower, denen ihr einziges Ziel ist, weitere Abonnenten zu generieren. Deshalb habe ich jeden Spamfollower blockiert. Das hatte dann zwar auf einen Schlag 20 Follower weniger zur Folge gehabt (bei ein bisschen mehr als 100 sieht man das schon) aber was haben mir diese Accounts außer Werbemüll auf meinem Feed gebracht? Genau. Nichts.

8 thoughts to “Instagram. Von Bots, follow und unfollow”

    1. Vielen Dank für dein Kommentar! 🙂 Ja, es ist einfach meganervig. Es wäre wirklich besser, wenn nicht automatisch viele Follower = große Reichweite bedeuten würde. Aber dazu ist das Geschäft einfach zu lukrativ, da steckt ja eine ganze Industrie dahinter.

  1. Leider ist es bei Instagram wie bei YouTube, unter 10k bist du unsichtbar für Unternehmen und die Leute mit gekauften Followern tuen sich selbst keinen Gefallen, weil
    1. man natürlich per Dienst sehen, wie real die Follower sind
    2. die Leue mit Ghosties sich keinen Gefallen tun, weil so die Unternehmen dann nicht auf Micro Influencer zurückgreifen, sondern die mit den großen Profilen, die auch wirklich Steine fotografieren können und trotzdem likes kriegen bevorzugen.

    „Wenn man nun Follower aus Japan, Russland oder sonstwo hat, wird sich da wohl eher kein Gespräch oder Diskussion ergeben.“
    Tatsächlich habe ich meine Reichweite dadurch erhöht, dass ich eine zeitlang zweisprachig gepostet habe und ich kann es auch jedem empfehlen, zumindest Deutsch und Englisch zu posten, denn Englisch ist quasi die Amtssprache … Kommen dann doch mal Kommentare in Sprachen, die ich etwas beherrsche (skandinavische Sprachen, Arabisch, Französisch, Japanisch), dann antworte ich auch in den Sprachen. Tatsächlich habe ich auch einige Beautymädels aus Frankreich, den Niederlanden und Polen und Tschechien, die mir folgen.

    1. Diese ganzen Botbetreiber werben ja mit „realen“ Follower. Du kannst komplett festlegen, in welche Richtung du Follower rekrutieren willst und ich denke, da wird es schon wahnsinnig schwer, das per Dienst zu erkennen. Wenn man sich natürlich für die einfachere Variante entscheidet und nur eine bestimmte Anzahl an Followern kaufen möchte und diese 1000 Leute dann zufällig alle aus China kommen, wird man stutzig und erkennt den Schwindel. Aber ja, dass ist ein Fass ohne Boden.

      Ich kommentiere auch auf Englisch. Leider nicht in dem Umfang, wie ich es auf Deutsch mache, aber es hilft ungemein, sich international zu orientieren.

  2. Ich finde es nur so merkwürdig, was den Leuten das bringt … Ich habe einen relativ kleinen Account, mit ungefähr 300 Followern (@carmenschubert) aber ich würde nie auf die Idee kommen, mir Follower zu kaufen. Bestätigen würde mich das nicht und mit dem WIssen, dass ich eigentlich nur alle veräppel könnte ich auch nicht wirklich Spaß an Instagram haben.

    Liebste Grüße,
    Carmen <3

    1. Ich würde sowas auch nie machen. Aber vielen geht es einfach wirklich nur um Kooperationen. Und wenn man große Firmen anschreibt, machen sich 15 k Follower besser als 500. Was ich an der Sache auch schade finde ist, dass ich mittlerweile einfach total skeptisch geworden bin – und das womöglich auch zu unrecht bei jemandem, der sich seine Reichweite ehrlich verdient hat.

  3. Huhu! Oh man, dieses Follow/Unfollow geht mir auch soooo auf die nerven!! Schön, dass ich da nicht die einzige bin. Ich folge nur noch Accounts, die mich wirklich interessieren! Also dir zum Beispiel 😉

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